2017 05 hvo lehrgangWürzburg-Land - In insgesamt 82 Stunden lernten 17 Floriansjünger aus 14 Feuerwehren des Landkreises Würzburg das große Einmaleins der qualifizierten Ersten Hilfe, um in Zukunft bei Notfalleinsätzen adäquate Hilfe als First Responder am Mitmenschen leisten zu können.

Angeboten wurde der Lehrgang vom Fachbereich First Responder der Kreisbrandinspektion Würzburg. Die Lehrgangsorganisation hatte Kreisbrandrat Michael Reitzenstein in Zusammenarbeit mit Lehrgangsleiter Matthias Maag übernommen.

Das Ausbilderteam, bestehend aus Marion und Klaus-Peter Endres, Marlene Winkler, Peter Reuß, Martin Falger, Benni Schmidt, Sven Hoveling, Manuel Dill, Stefan Ott und Helmut Celina bereitete die Lehrgangsteilnehmer im Zeitraum von insgesamt rund zwei Monaten auf die umfangreiche Abschlussprüfung vor.

So wurde unter anderem der Aufbau des menschlichen Körpers, die verschiedensten Erkrankungen oder auch die Gefahren an Einsatzstellen vermittelt. Als Abschlussprüfung musste umfangreiches Theoriewissen in einem Fragebogen nachgewiesen werden und ein durch das Team der „Realistischen Unfalldarstellung" (RUD) des Kreisfeuerwehrverbandes Würzburg vorbereitetes Fallbeispiel erfolgreich bearbeitet werden.

Beim Lehrgangsabschluss dankte Kreisbrandrat Michael Reitzenstein allen Ausbildern und Verletztendarstellern für ihr Engagement. Insbesondere dankte er dem Lehrgangsleiter Matthias Maag für die organisatorische Arbeit. Den Teilnehmern gab er die Gedanken mit auf den Weg, dass der First Responder-Dienst ein wichtiger anspruchsvoller Dienst bei der Feuerwehr sei. Das Glücksgefühl, wenn einem nach einem Einsatz klar werde, dass man durch seinen Dienst Leben retten konnte, müsse immer den negativen Erlebnissen überwiegen.

Auch die Stressbewältigung nach schweren Einsätzen und ein Einblick in die Funktechnik der Feuerwehr standen auf dem Ausbildungsplan. Der Lehrgang fand als Wochenend- und Abendlehrgang im Feuerwehrzentrum des Landkreises in Klingholz statt. Die Teilnehmer kamen aus den Essfeld, Helmstadt, Hettstadt, Lindelbach, Neubrunn, Prosselsheim, Randersacker, Rottendorf, Röttingen, Sommerhausen, Sonderhofen, Waldbrunn, Winterhausen und Geroldshausen.


Das Konzept des "First Responder"

Ziel der First Responder (zu deutsch = Erst-Eintreffender) ist es, die Zeitspanne vom Eintritt eines medizinischen Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes (Notarzt, Rettungswagen) zu überbrücken. Das heißt, dass bei Notfällen wie z.B. bewusstlosen Personen, Verkehrsunfällen, Herzinfarkt, Atemstörungen, starken Blutungen etc. besonders ausgebildete Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr ausrücken und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bereits mit lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen.

Zu den wesentlichen Aufgaben gehören hierbei:

  • Sicherung bzw. Wiederherstellung von Bewusstsein, Atmung und Kreislauf
  • Wundversorgung
  • Retten aus dem Gefahrenbereich
  • Einweisen von ortsunkundigem Rettungspersonal
  • Unterstützung des Rettungspersonals, z.B. vorbereiten von Infusionen und Intubation
  • Mithilfe beim Transport des Patienten in den Rettungswagen
  • Transport der Besatzung des Rettungshubschraubers zum Einsatzort

In der Praxis wird es so ablaufen, dass nach Eingang einer Notfallmeldung in der Integrierten Leistelle wie bisher der Rettungsdienst und ggf. der Notarzt zu diesem Notfall gerufen werden. Da die Anfahrt des Rettungsdienstes verkehrs- und witterungsbedingt unter Umständen einige Zeit in Anspruch nehmen kann, wird gleichzeitig auch die First Responder Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Da die örtlichen Hilfskräfte natürlich kürzere Anfahrtswege und gute Ortskenntnisse haben, werden sehr kurze Eintreffzeiten am Notfallort erreicht.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Helfer in der Regel bereits vier bis sechs Minuten vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes am Einsatzort waren, um wertvolle Hilfe zu leisten. Die First Responder der Freiwilligen Feuerwehren sehen sich keinesfalls als Konkurrenz zum öffentlichen Rettungsdienst, sondern vielmehr als Ergänzung des Rettungsdienstes, vor allen Dingen dann, wenn ein Patient aufgrund der Verkehrsverhältnisse oder der Entfernungen unter Umständen zu lange auf das Eintreffen professioneller Hilfe warten müsste.

Die Tätigkeit als First Responder ist freiwillig und stellt einen zusätzlichen Aufgabenbereich innerhalb der Feuerwehr dar. Alle Helfer unterliegen, genauso wie der öffentliche Rettungsdienst, der Schweigepflicht.

Dieser Bericht beruht auf Informationen von Matthias Maag. Foto: Nina Röding


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